VW ruft in Brasilien fast 200.000 Autos zurück
VW ruft in Brasilien fast 200.000 Autos zurück11.02.2010 Volkswagen ruft in Brasilien fast 200.000 Autos wegen Problemen mit Radlagern zurück. Bei insgesamt 193.620 Fahrzeugen bestehe die Gefahr, dass Kugellager an den Hinterrädern nicht ausreichend gefettet seien, teilte Volkswagen am Donnerstag mit. Der ADAC mahnte die Autoindustrie zu mehr Sorgfalt bei der Entwicklung von neuen Modellen.
Bei den brasilianischen VW-Modellen Novo Gol und Voyage könnten die Hinterräder wegen teils unzureichender Fettung der Radlager bei Beanspruchung über lange Zeit hinweg blockieren, teilte VW mit. In extremen Fällen bestehe die Gefahr, dass sich die Räder lösten, wodurch es möglicherweise zu Unfällen kommen könne.
Betroffen seien Fahrzeuge der Modelljahre 2009 und 2010, teilte VW mit. Volkswagen werde in den Werkstätten die Kugellager untersuchen und diese fetten oder nötigenfalls ersetzen. Der Rückruf finde vorsorglich statt.
Mit dem neuesten Rückruf beorderte VW in Brasilien zum dritten Mal seit 2008 zehntausende Fahrzeuge zurück in die Werkstätten. Im April 2008 erfolgte ein Rückruf von 477.000 Modellen des Kleinwagens Fox wegen Problemen mit den Rücksitzen. Im Dezember 2008 wurden aufgrund von Schwierigkeiten mit den Bremsen 120.000 Modelle der Baureihen Fox, Novo Gol und Voyage zurückgerufen.
Volkswagen ist nach Fiat der zweitgrößte Autohersteller in Brasilien. 2009 stellte die brasilianische Tochter des Konzerns 703.000 Fahrzeuge her. VW produziert seit mehr als 50 Jahren in Brasilien und hat dort drei Werke.
Toyota-Werkstätten in den USA reparierten indes angesichts des dortigen Rückrufs von 2,3 Millionen Fahrzeuge wegen der Gefahr von Gaspedal-Problemen in den vergangenen Tagen bereits rund 220.000 Autos. Täglich werde bei rund 50.000 Fahrzeugen das Problem behoben, sagte am Mittwoch (Ortszeit) der Toyota-Chef in den USA, Bob Carter, am Rande der Auto-Messe in Chicago.
Toyota hatte in den vergangenen Wochen 2,3 Millionen Fahrzeuge in den USA wegen eines möglicherweise klemmenden Gaspedals zurückgerufen, um ein Ersatzteil einbauen zu lassen. Es soll verhindern, dass das Gaspedal nicht in die Ausgangsposition zurückkehrt. In Europa hatte Toyota den Rückruf von 1,8 Millionen Autos wegen des gleichen Problems angekündigt, knapp 216.000 davon in Deutschland. Toyota hat seit Herbst mit einer Serien von Pannen zu kämpfen, die sich zu Jahresbeginn verschärfte.
US-Präsident Barack Obama forderte von der Industrie, bei technischen Problemen künftig "rasch und wirksam" zu reagieren. Jeder Autobauer habe die Pflicht, schnell zu handeln, wenn Schwierigkeiten erkannt würden, sagte Obama der Zeitschrift "BusinessWeek".
Angesichts der Häufung von Rückrufaktionen bei Autoherstellern in den vergangenen Wochen forderte der ADAC von der Autoindustrie mehr Anstrengungen bei der Fahrzeugentwicklung. Es könne nicht sein, dass bei der Herstellung von Autos nicht immer "so konsequent und sorgfältig vorgegangen wird, wie es für die Sicherheit der Kunden notwendig wäre", erklärte ADAC-Vizepräsident Thomas Burkhardt. Die Industrie schneide sich "mit unausgereiften Produkten ins eigene Fleisch", weil Rückrufe weit mehr Geld verschlängen als sicher entwickelte Autos. Auch beschädigten Rückrufe das Vertrauen der Kunden in die Produkte, erklärte Burkhardt.
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