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9/7/2010 : 2:41 am : +0200
12.02.2010 19:50 Alter: 206 Tage

Gaspipeline Nord Stream erhält letzte Genehmigung

Gaspipeline Nord Stream erhält letzte Genehmigung

- Gaspipeline Nord Stream erhält letzte Genehmigung12.02.2010 Die Gaspipeline Nord Stream zwischen dem russischen Vyborg und Greifswald hat die letzte Genehmigung erhalten: Die Umweltbehörde Südfinnlands gab grünes Licht für den Bau der 1220 Kilometer langen Erdgasleitung unter der Ostsee. Das Konsortium Nord Stream will ab April mit dem Bau des ersten Leitungsstrangs beginnen, erklärte das Unternehmen an seinem Sitz in Zug in der Schweiz. Ende 2011 solle das erste Erdgas fließen. Die Abnehmer sitzen in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Großbritannien.
Gazprom-Zentrale in Moskau ©  Yuri Kadobnov
Die Genehmigung der finnischen Umweltbehörde gemäß dem finnischen Wassergesetz sei das Ergebnis umfangreicher Studien, einer engen Zusammenarbeit und eines intensiven Dialogs mit Behörden, Experten, Interessengruppen und der Öffentlichkeit in Finnland und anderen Ostsee-Anrainerstaaten über einen Zeitraum von vier Jahren, erklärte Nord Stream. Die Behörden in Russland, Deutschland, Finnland, Schweden und Dänemark hätten dem Routenverlauf, den Plänen für den Bau und den Betrieb der Pipeline zugestimmt. Berücksichtigt worden seien Auswirkungen auf den Meeresboden, den Schiffsverkehr, die Fischerei, die Meeressäugetiere und Munitionsaltlasten.

Federführend bei Nord Stream ist mit einem Anteil von 51 Prozent der russische Gasriese Gazprom. Beteiligt sind zudem - mit jeweils 20 Prozent - Eon Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall sowie mit neun Prozent die niederländische Gasunie.

Nach der Fertigstellung der zweiten Röhre sollen 2012 pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Westen gepumpt werden. Das entspricht elf Prozent des Gesamtbedarfs der EU. Nach Angaben von Nord Stream können damit 26 Millionen Haushalte in Europa versorgt werden.

In den vergangenen Jahren hatte Russland wiederholt mit Lieferstopps gedroht und sogar tatsächlich den Gashahn zugedreht, weil die Ukraine ihre russischen Gaslieferungen nicht vertragsgemäß bezahlte und Russland daraufhin zu Gegenmaßnahmen griff. Davon war auch Europa betroffen, da ein großer Teil des Gases aus Russland über die Ukraine in Richtung Westen geliefert wird. In den Baltenrepubliken und vor allem in Polen hatte das Projekt scharfe Kritik hervorgerufen, weil sie befürchten, dass ihnen der Gashahn zugedreht werden könnte, wenn sie nicht mehr als Transitländer benötigt werden.
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